SEO-Audit selber machen: vier kostenlose Werkzeuge

Ein brauchbares SEO-Audit braucht keine Agentur und kein Abo. Vier kostenlose Werkzeuge, eine feste Reihenfolge und welche Prüfungen Sie danach automatisch wiederholen lassen.

Ein SEO-Audit selber machen geht mit vier kostenlosen Werkzeugen: der Google Search Console für Indexierung und Suchanfragen, PageSpeed Insights für die Ladezeit, dem Rich-Results-Test für strukturierte Daten und einem Crawler für tote Links. Am Ende steht keine 40-seitige Analyse, sondern eine kurze Liste konkreter Probleme, die Sie abarbeiten können. Dieser Beitrag zeigt die Reihenfolge und welche Kontrollen Sie danach automatisch wiederholen lassen können.

Ein Fund, der ohne Werkzeug leicht unsichtbar bleibt: Eine wichtige Seite trägt ein noindex, irgendwann beim Umbau gesetzt und vergessen. Findet der Googlebot diese Anweisung, entfernt Google die Seite laut eigener Dokumentation vollständig aus den Suchergebnissen, auch wenn andere Websites auf sie verweisen (Google Search Central, abgerufen am 25.09.2026). Solche Dinge finden Sie selbst, wenn Sie wissen, wo Sie hinschauen müssen.

Was bringt ein SEO-Audit überhaupt?

Eine Bestandsaufnahme: Findet Google Ihre Seiten, laden sie schnell, ist die Technik sauber, und ist irgendwo etwas kaputt? Mehr nicht. Das Ziel ist kein hübscher Bericht mit 200 Kennzahlen, sondern eine Liste, die Sie danach Punkt für Punkt erledigen. Aus meiner Sicht reicht das als erster Schritt für die meisten kleinen Firmenseiten. Wie viel davon bei Ihnen zu tun ist, zeigt erst die Prüfung selbst.

Werkzeug 1: Google Search Console, das Fundament

Wenn Sie nur ein Werkzeug einrichten, dann dieses. Die Google Search Console zeigt Daten aus Googles eigenem Index, keine Schätzung eines Drittanbieters. Sie bestätigen zuerst, dass Ihnen die Website gehört, meist über einen DNS-Eintrag oder eine Datei auf dem Server, danach sammelt das Werkzeug Daten. Einen kurzen Überblick gibt unser Glossar unter Google Search Console.

Worauf Sie schauen:

  • Auf den Bericht zur Seitenindexierung. Er zeigt, welche Seiten im Index sind und welche nicht, jeweils mit Grund. Google schreibt dazu, dass die meisten Websites einige nicht indexierte Seiten haben, alle wichtigen Seiten aber indexiert sein sollten (Search-Console-Hilfe, abgerufen am 25.09.2026). Steht eine wichtige Seite unter "Nicht indexiert", klicken Sie auf den Grund. Ein noindex ist einer der möglichen.
  • Auf den Leistungsbericht mit Klicks und Impressionen. Welche Suchbegriffe bringen Besucher? Manchmal tauchen Begriffe auf, an die Sie nie gedacht haben. Angenommen, ein Handwerksbetrieb erscheint für "Notdienst Wochenende", obwohl er das nirgends bewirbt: Dann lohnt die Frage, ob er so etwas anbietet und eine eigene Seite dazu braucht.
  • Auf durchschnittliche Position und Klickrate. Seiten, die knapp hinter der ersten Ergebnisseite stehen, sind gute Kandidaten für einen genaueren Blick. Ein klarerer Seitentitel oder ein besserer Text kann helfen, garantiert ist das nicht.

Die reine Zahl der Impressionen taugt wenig als Erfolgsmaß. Klicks und die Anfragen, die daraus entstehen, zählen.

Werkzeug 2: PageSpeed Insights für die Ladezeit

Adresse eingeben, warten. PageSpeed Insights misst, wie schnell Ihre Seite lädt, getrennt nach Mobilgerät und Computer. Schauen Sie zuerst auf die mobile Messung, denn viele Kunden suchen mit dem Handy. Wie viele es bei Ihnen sind, zeigt Ihre eigene Statistik.

Oben steht ein Wert zwischen 0 und 100. Machen Sie sich davon nicht verrückt. Wichtiger sind die Core Web Vitals. Google empfiehlt einen Largest Contentful Paint (LCP) von 2,5 Sekunden oder weniger, eine Interaction to Next Paint (INP) von 200 Millisekunden oder weniger und einen Cumulative Layout Shift (CLS) von 0,1 oder weniger (web.dev, abgerufen am 25.09.2026). LCP misst, wann der größte sichtbare Inhalt fertig ist, INP, wie schnell die Seite auf Tippen und Klicken reagiert, CLS, ob Inhalte beim Laden verrutschen.

Ein möglicher Bremsklotz ist banal: zu große Bilder. Ein Rechenbeispiel: Ein Foto mit 4 Megabyte braucht bei angenommenen 10 Megabit pro Sekunde gut drei Sekunden nur für die Übertragung, dieselbe Aufnahme mit 200 Kilobyte rund 0,16 Sekunden. Hinweise auf zu große Bilder finden Sie in PageSpeed Insights bei den Diagnosen.

Werkzeug 3: Rich-Results-Test für strukturierte Daten

Strukturierte Daten sind Zusatzangaben im Quelltext, die Google helfen, eine Seite einzuordnen: Öffnungszeiten, Adresse, Preise. Sind sie korrekt, kann Google sie als erweitertes Suchergebnis zeigen, versprochen ist das nicht. Der Rich-Results-Test von Google prüft, welche Datentypen erkannt werden und ob Fehler drin sind. Für ein lokales Geschäft ist der Typ LocalBusiness naheliegend.

Wichtig: Markieren Sie nur, was auf der Seite auch sichtbar steht. Google nennt Daten zu Inhalten, die für Nutzer nicht sichtbar sind, als einen Grund, warum Rich-Suchergebnisse ausbleiben. Probleme mit strukturierten Daten können zu einer manuellen Maßnahme führen; dann erscheint die Seite nicht mehr als Rich-Suchergebnis, auf das Ranking in der Websuche hat das laut Google keinen Einfluss (Google-Richtlinien für strukturierte Daten, abgerufen am 25.09.2026). Erfundene Bewertungssterne gehören also nicht in den Quelltext.

Werkzeug 4: ein Crawler für tote Links

Tote Links führen Besucher auf eine Fehlerseite mit dem Statuscode 404. Finden können Sie sie mit einem Crawler, der Ihre Website Seite für Seite abläuft. Der Screaming Frog SEO Spider durchsucht in der kostenlosen Version bis zu 500 Adressen (Herstellerseite, abgerufen am 25.09.2026). Das reicht für viele kleine Firmenseiten.

Sie filtern das Ergebnis nach Statuscode. Alles mit 404 ist ein toter Link. Nebenbei sehen Sie fehlende Meta-Beschreibungen, doppelte Seitentitel und Seiten ohne Hauptüberschrift. Kleinigkeiten, die sich schnell beheben lassen.

Welche Kennzahlen zählen, welche nicht?

Halten Sie sich an das, was zu Anfragen führen kann: wichtige Seiten im Index, Klicks aus der Suche, Ladezeit auf dem Handy, funktionierende Links, korrekte Angaben zu Adresse und Öffnungszeiten.

Weniger wichtig sind Werte wie "Domain Authority", die Drittanbieter berechnen und die nicht von Google stammen, die reine Zahl der Backlinks und ein PageSpeed-Wert von 100 um jeden Preis.

Die Reihenfolge für Ihr erstes Audit

  1. Search Console einrichten und den Indexierungsbericht ansehen. Steht etwas Wichtiges auf noindex, korrigieren Sie das zuerst.
  2. Den Leistungsbericht durchgehen: Welche Begriffe bringen Klicks, welche Seiten stehen knapp hinter Seite eins?
  3. Startseite und die wichtigsten Unterseiten durch PageSpeed Insights schicken und zu große Bilder verkleinern.
  4. Den Rich-Results-Test auf der Startseite laufen lassen: Sind Adresse und Öffnungszeiten richtig hinterlegt?
  5. Den Crawler über die ganze Website schicken und die 404-Fehler notieren.

Am Ende haben Sie eine ehrliche To-do-Liste statt eines Berichts, den danach niemand liest.

SEO-Monitoring automatisieren: was sich regelmäßig prüfen lässt

SEO-Monitoring automatisieren heißt, die Wiederholungen des Audits abzugeben: Ladezeit, Indexierung und tote Links können Skripte in festen Abständen prüfen und nur dann melden, wenn sich etwas verschlechtert. Die Bewertung der Funde und die Korrekturen bleiben Handarbeit.

  • Ladezeit: Die PageSpeed Insights API misst die Leistung einer Seite, gibt Labordaten aus Lighthouse zurück und lässt sich per Skript abfragen, etwa jede Woche für die wichtigsten Seiten. Für Daten echter Besuche empfiehlt Google inzwischen die CrUX API (Google for Developers, abgerufen am 25.09.2026).
  • Suchdaten: Über die Search Console API lassen sich Suchanalysen abfragen und Sitemaps verwalten (Google for Developers). Monatlich in eine Tabelle geschrieben, sehen Sie Veränderungen, ohne jedes Mal den Bericht zu öffnen.
  • Tote Links: Ein einfacher Link-Prüfer läuft jede Nacht die eigene Sitemap ab und meldet neue 404-Fehler.
  • Meldung statt Bericht: Eine Nachricht kommt nur, wenn ein Wert eine Schwelle überschreitet, etwa ein LCP über 2,5 Sekunden oder eine wichtige Seite, die aus dem Index fällt.

Angenommen, die Schreinerei Muster lässt so eine Prüfung laufen. Meistens passiert wochenlang nichts. Dann meldet das Skript, dass die Seite "Einbauküchen" nicht mehr indexiert ist, und ein Mensch schaut nach, ob beim letzten Umbau ein noindex gesetzt wurde. Die Korrektur macht dann wieder jemand von Hand.

Wir bei bytebrise bauen solche Prüfabläufe für Betriebe in der Region. Die Automatisierung ist neu bei uns und läuft noch bei keinem Betrieb dauerhaft. Jeder Ablauf beginnt als Prototyp zum Festpreis ab 1.500 € mit vier Wochen Test in Ihrem Betrieb, danach folgt eine Monatspauschale, monatlich kündbar (KI für Unternehmen). Im Monatsmodell bytebrise Sichtbar pflegen wir Website, Google-Profil und Verzeichnisse für 490 € zum Start und 149 € im Monat, kündbar zum Ende jedes Kalendermonats ohne Vorlauffrist (Preise). Eine bestimmte Platzierung sagen wir nicht zu. Wenn Sie beim eigenen Audit hängen bleiben, schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

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