Website-Relaunch für KMU: sieben Signale und Checkliste

Nicht jede ältere Website muss neu gebaut werden. Sieben Signale für einen Relaunch, drei Fälle für den Feinschliff und eine Checkliste, damit beim Umzug keine Adresse ins Leere läuft.

Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn Ihre Seite auf dem Handy nicht bedienbar ist, falsche Kontaktdaten zeigt oder sich von Ihnen nicht mehr pflegen lässt. Stimmt die technische Basis und sind nur Texte und Bilder alt, reicht meist ein Feinschliff. Wer neu baut, muss vor allem eines planen: dass jede alte Adresse auf die passende neue weiterleitet.

Ein Relaunch kostet Zeit, Geld und Nerven, und er birgt ein Risiko, über das selten jemand spricht. Deshalb bekommen Sie hier eine Entscheidungshilfe: sieben Signale, die für einen Neubau sprechen, drei Fälle, in denen ein Feinschliff reicht, und eine Checkliste für den Umzug.

Woran erkenne ich, dass meine Website einen Relaunch braucht?

Am schnellsten auf dem Handy. Öffnen Sie Ihre Seite auf dem Smartphone und versuchen Sie, Ihre eigene Telefonnummer anzutippen. Müssen Sie dafür zoomen und schieben, haben Sie das erste und härteste Signal gefunden. Wie viele Ihrer Besucher mit dem Handy kommen, zeigt Ihnen Ihre Statistik oder die Google Search Console.

Die Kurzfassung vorweg: Treffen mehrere der folgenden sieben Punkte auf Ihre Seite zu, spricht viel für einen Neubau. Trifft nur einer zu und ist er klein, prüfen Sie zuerst, ob eine Reparatur reicht.

Die sieben Signale, die für einen Relaunch sprechen

  • Die Seite ist mobil nicht bedienbar. Sie passt sich nicht an den Bildschirm an, Text und Buttons sind winzig, man muss zoomen. Ihre Besucher merken das in der ersten Sekunde.
  • Die Seite lädt zäh. Die Startseite braucht im Mobilfunknetz spürbar lange, bis etwas zu sehen ist. Messen Sie das mit Googles kostenlosem PageSpeed Insights, bevor Sie entscheiden. Oft stecken riesige Fotos oder zu viele Erweiterungen dahinter, und das lässt sich manchmal auch ohne Neubau lösen.
  • Es fehlt das Schloss in der Adresszeile. Steht dort "Nicht sicher", läuft die Seite ohne HTTPS. Browser warnen dann, und ein Besucher, der gerade ein Formular ausfüllen will, überlegt es sich womöglich anders.
  • Telefonnummer, Adresse oder Öffnungszeiten stimmen nicht mehr. Die alte Handynummer, die frühere Anschrift, Zeiten von vor drei Jahren. Das ist schnell geprüft und peinlich, wenn es ein Kunde vor Ihnen bemerkt.
  • Sie werden für Ihren Ort und Ihre Leistung kaum gefunden. Schauen Sie in der Search Console nach, bei welchen Suchbegriffen Ihre Seite überhaupt erscheint. Ist die Liste leer oder passt sie nicht zu Ihrem Angebot, liegt es oft an fehlenden Inhalten und manchmal an der Technik darunter.
  • Sie können selbst nichts ändern. Jede neue Öffnungszeit muss der alte Dienstleister eintragen, und der ist nicht mehr erreichbar. Eine Seite, die Sie nicht pflegen können, bleibt stehen, während sich Ihr Betrieb weiterentwickelt.
  • Das Design wirkt wie aus einer anderen Zeit. Kein Grund zur Panik. Aber wenn ein Interessent auf die Seite kommt und sich unbewusst fragt, ob es den Laden noch gibt, arbeitet die Website gegen Sie.

Wann reicht ein Feinschliff statt einem Neubau?

Ein kompletter Relaunch ist ein größeres Projekt. Deshalb lohnt sich zuerst die Frage, ob es auch kleiner geht. In diesen drei Fällen sparen Sie sich den Neubau.

Erstens: Die Substanz stimmt, nur die Inhalte sind alt. Läuft die Seite technisch sauber, passt sie sich dem Handy an und lädt zügig, sind aber Texte, Fotos und Angebote veraltet, dann brauchen Sie kein neues Haus. Sie brauchen frische Möbel. Neue Bilder, aktuelle Texte, ein paar zusätzliche Unterseiten für Leistungen, nach denen Ihre Kunden fragen. Das kostet einen Bruchteil.

Zweitens: ein einzelnes Problem, sonst passt es. Nur das Kontaktformular kommt nicht an, alles andere funktioniert? Dann wird das Formular repariert. Ein Neubau wäre hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Drittens: Sie stehen kurz vor einem größeren Wechsel. Ein neuer Firmenname ist geplant, die Übergabe an die nächste Generation steht an, ein neues Standbein ist in Vorbereitung. Dann kann es sinnvoll sein, den Relaunch ein paar Monate zu schieben und ihn mit der neuen Ausrichtung zusammenzulegen. Zweimal bauen ist teurer als einmal richtig.

Was passiert beim Relaunch mit Ihren Einträgen bei Google?

Das ist der Punkt, an dem ein Relaunch wirklich schiefgehen kann. Wer neu baut, ändert in aller Regel die Adressen der einzelnen Seiten. Aus "ihre-seite.de/leistungen/dachsanierung" wird plötzlich "ihre-seite.de/dach". Google kennt aber die alte Adresse. Sie steht in den Suchergebnissen, andere Seiten verlinken darauf, vielleicht steht sie auf Ihrer Visitenkarte als QR-Code. Leitet die alte Adresse nicht auf die neue weiter, landet jeder Besucher auf einer Fehlerseite.

Ein Beispiel zum Durchdenken, kein Fall aus unseren Projekten: Angenommen, die Schreinerei Muster hatte ihre Einbaumöbel bisher unter "/leistungen/einbaumoebel.html". Auf der neuen Seite heißt es "/einbaumoebel". Wer den alten Link aus einem Branchenverzeichnis anklickt, sieht ohne Weiterleitung nur "Seite nicht gefunden" und sucht sich die nächste Schreinerei.

Die Lösung heißt 301-Weiterleitung. Google empfiehlt für einen Umzug mit neuen Adressen ausdrücklich serverseitige dauerhafte Weiterleitungen wie 301 oder 308 und rät, sie möglichst lange beizubehalten, generell mindestens ein Jahr (Google Search Central, abgerufen am 25.09.2026). Auf derselben Seite schreibt Google auch, dass die Sichtbarkeit während eines Umzugs vorübergehend schwanken kann, während die neuen Seiten neu erfasst werden.

Weiterleitungen sind unsichtbar. Man sieht sie nicht auf der fertigen Seite, deshalb fallen sie beim ersten Durchklicken nicht auf, wenn sie fehlen. Der Fehler zeigt sich erst, wenn Besucher über alte Links kommen. Aus meiner Sicht ist das der Schritt, den Sie beim Relaunch am wenigsten auslassen dürfen. Ein Relaunch ist also nicht nur Design, sondern auch ein Umzug von Inhalten und Adressen, der geplant werden muss. Wie wir einen solchen Umzug für Betriebe in der Region angehen, steht auf unserer Seite zum Website-Relaunch in Fürstenfeldbruck.

Was gehört in die Relaunch-Checkliste, damit nichts verloren geht?

Bevor auch nur eine neue Zeile gebaut wird, steht eine Bestandsaufnahme. Welche Seiten hat die alte Website? Welche davon bringen Besucher, welche Anfragen? Diese Liste sagt Ihnen, was auf keinen Fall verloren gehen darf. Die Schritte im Überblick:

  1. Alle alten Adressen sammeln: aus der Sitemap, aus dem Bericht "Leistung" in der Google Search Console und, falls vorhanden, aus den Zugriffsprotokollen Ihres Servers.
  2. Für jede alte Adresse festlegen, wohin sie künftig zeigt. Inhalte, die Besucher bringen, ziehen mit um und landen nicht im Papierkorb. Seiten ohne Nachfolger leiten auf die thematisch nächste Seite, nicht pauschal auf die Startseite.
  3. Die Weiterleitungen einrichten und vor dem Start mit der Liste durchtesten: Jeder alte Link muss mit Status 301 auf sein Ziel zeigen, ohne Umweg über mehrere Stationen.
  4. Interne Links auf der neuen Seite auf die neuen Adressen umstellen und eine neue Sitemap in der Search Console einreichen.
  5. In den Wochen nach dem Livegang beobachten: Tauchen im Bericht zur Seitenindexierung neue Fehlerseiten auf, fehlt irgendwo eine Weiterleitung.

Die Liste der alten Adressen heben Sie auf. Sie brauchen sie noch, wenn nach Monaten jemand einen alten Link meldet.

Anfragen automatisch beantworten: der Relaunch als Anlass

Wenn Sie ohnehin neu bauen, können Sie das Kontaktformular gleich so anlegen, dass sich Anfragen automatisch beantworten lassen, mit Ihrer Freigabe: Jede Anfrage wird einsortiert, und ein Antwortentwurf liegt bereit, den Sie nur noch prüfen und freigeben. Das ersetzt nicht Ihre Antwort, es spart das Abtippen der immer gleichen Sätze.

So gehen Sie vor:

  1. Legen Sie fest, welche Angaben Sie für eine erste Antwort wirklich brauchen, und fragen Sie nur diese ab. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist eine Hürde mehr.
  2. Bestimmen Sie drei bis fünf Anfragearten, etwa Angebot, Termin, Reklamation, Sonstiges. Daran hängt, welcher Entwurf vorbereitet wird.
  3. Schreiben Sie je Anfrageart einen Antwortbaustein in Ihren eigenen Worten, mit einem Terminvorschlag oder der nächsten Frage, die Sie ohnehin stellen würden.
  4. Lassen Sie nichts ungeprüft rausgehen. Der Entwurf wartet auf Ihre Freigabe, die Antwort schicken Sie.
  5. Zählen Sie in den ersten Wochen mit: Wie viele Anfragen kommen, welcher Art, und wie lange dauert es bis zur Antwort. Erst dann wissen Sie, ob sich der Ablauf für Sie rechnet.

Angenommen, die Schreinerei Muster bekommt abends eine Anfrage für einen Einbauschrank. Am nächsten Morgen liegt sie als "Angebot, Einbaumöbel" einsortiert im Postfach, darunter ein Entwurf mit zwei Terminvorschlägen für das Aufmaß. Der Inhaber liest drüber, ändert einen Satz und schickt ihn ab. Wie so ein Ablauf aufgebaut ist, zeigen wir bei den sechs Abläufen auf unserer Startseite. Ehrlich dazu: Wir bauen dieses Angebot gerade erst auf, einen Betrieb, bei dem es bei uns schon dauerhaft läuft, gibt es noch nicht. Jeder Ablauf beginnt als Prototyp zum Festpreis ab 1.500 € mit vier Wochen Test in Ihrem Betrieb, danach folgt eine Monatspauschale, monatlich kündbar. Welche Daten dabei wohin fließen, klären Sie vorher, im Zweifel auch rechtlich.

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

Was kostet ein Website-Relaunch für ein KMU?

Das hängt stark vom Umfang ab, seriös lässt sich das nicht pauschal sagen. Ein Feinschliff mit neuen Texten und Bildern liegt deutlich unter einem Neubau mit neuer Struktur. Wichtiger als der Preis ist, dass die Weiterleitungen und die Übernahme der Inhalte im Angebot stehen. Fehlen sie, fragen Sie nach.

Wie lange dauert ein Relaunch?

Das hängt vor allem davon ab, wie viele Seiten umziehen und wie schnell Texte und Bilder vorliegen. Planen Sie die Bestandsaufnahme und die Weiterleitungen als eigenen Arbeitsschritt ein und nicht als Kleinigkeit am letzten Tag.

Verliere ich beim Relaunch meine Google-Position?

Das kann Ihnen niemand zusagen, weder im Guten noch im Schlechten. Google weist selbst darauf hin, dass die Sichtbarkeit während eines Umzugs schwanken kann. Was Sie in der Hand haben: vollständige Weiterleitungen, übernommene Inhalte und eine Kontrolle in den Wochen nach dem Start.

Kann ich einfach zu einem Baukasten wechseln?

Können Sie. Prüfen Sie aber vorher, ob der Baukasten eigene Weiterleitungen für alte Adressen erlaubt und ob Sie Titel und Beschreibung jeder Seite selbst setzen können. Für eine reine Visitenkarte mag wenig reichen. Soll Ihre Website Anfragen bringen, schauen Sie genauer hin.

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