Ein Google Business Profil einrichten klingt nach fünf Minuten Arbeit. Genau daran scheitern die meisten. Sie tippen Name, Adresse, Telefon ein, drücken auf Fertig und wundern sich Monate später, warum die Praxis von nebenan bei Google Maps ganz oben steht und sie auf Seite zwei landen. Für ein lokales KMU in Fürstenfeldbruck, Olching oder Germering ist dieses Profil oft wichtiger als die Website. Denn wer bei Google nach "Physiotherapie FFB" sucht, sieht zuerst die Karte mit drei Einträgen. Nicht Ihre Startseite. Diese drei Einträge holen das Telefon aus der Tasche.
Dieser Text geht jedes Feld durch, das über Sichtbarkeit entscheidet. Am Ende steht eine Checkliste, die Sie in einer Stunde selbst abarbeiten. Ehrlich: Das meiste davon schaffen Sie ohne Agentur.
Warum ist das Profil wichtiger als die eigene Website?
Weil es die Website in vielen Suchen ersetzt. Jemand sucht auf dem Handy einen Zahnarzt in Puchheim, überfliegt die Karte, schaut auf Bewertungen und Öffnungszeiten, tippt auf Anrufen. Die Website wird nie geöffnet. Das Profil ist der erste und oft einzige Kontaktpunkt. Google selbst nennt diese lokale Sichtbarkeit einen der stärksten Hebel für kleine Betriebe mit Kundenverkehr vor Ort. Und der Zugang ist kostenlos.
Trotzdem sehen wir es ständig: Profil angelegt, eine Kategorie gewählt, zwei Handyfotos hochgeladen, dann liegen gelassen. Das ist, als würden Sie ein Ladenschild aufhängen und die Hälfte der Buchstaben weglassen.
Wie richte ich das Profil überhaupt ein?
Sie gehen auf google.com/business und melden sich mit einem Google-Konto an. Firmenname eingeben. Falls der Betrieb schon existiert (etwa durch alte Einträge), beanspruchen Sie ihn, statt einen zweiten anzulegen. Doppelte Profile sind ein Klassiker und schaden der Sichtbarkeit. Danach kommt die Verifizierung, meist per Postkarte an die Geschäftsadresse, manchmal per Video oder Telefon. Die Postkarte dauert ein paar Tage. Bis sie da ist, tragen Sie schon alles ein, was ohne Verifizierung geht.
Adresse oder Servicegebiet?
Hier trennt sich Ladengeschäft von mobilem Gewerbe. Ein Café in Bruck mit Laufkundschaft trägt seine Adresse ein, damit die Nadel auf der Karte sitzt. Ein Elektriker, ein Gebäudereiniger, eine mobile Fußpflege dagegen wollen oft nicht, dass Kunden vor der privaten Haustür stehen. Für die gibt es das Servicegebiet. Sie blenden die Adresse aus und definieren stattdessen die Orte, die Sie bedienen: Fürstenfeldbruck, Emmering, Maisach, Gröbenzell. Google zeigt Sie dann in diesen Regionen, ohne Ihre Anschrift öffentlich zu machen. Wer als mobiler Betrieb trotzdem die Adresse reinschreibt, verschenkt Reichweite in den Nachbarorten.
Wie wähle ich die richtigen Kategorien?
Das ist das Feld mit der größten Wirkung und dem meisten Leerlauf. Google verlangt eine Primärkategorie, erlaubt aber mehrere Sekundärkategorien. Die Primärkategorie wiegt am schwersten, deshalb muss sie das Kerngeschäft treffen. Eine Physiopraxis wählt "Physiotherapeut", kein "Gesundheitsdienstleister" (zu vage).
Und jetzt der Teil, den fast alle vergessen: die Sekundärkategorien. Dieselbe Praxis bietet vielleicht auch Krankengymnastik, manuelle Therapie, Sportmassage. Jede passende Zweitkategorie öffnet eine neue Tür in der Suche.
Ein Beispiel aus der Praxis. Eine Physiopraxis hier in FFB hatte nur "Physiotherapeut" gesetzt. Wir haben "Massagetherapeut" als Zweitkategorie ergänzt und angefangen, regelmäßig kurze Posts zu veröffentlichen. Über die folgenden Wochen kamen rund ein Drittel mehr Anrufe über das Profil rein. Nur durch diese zwei Handgriffe. Keine neue Website, kein Werbebudget. Das war der Moment, in dem uns klar wurde, wie viel in diesen ungenutzten Feldern schlummert.
Welche Felder werden am häufigsten ignoriert?
Nach Kategorien und Kontaktdaten hören die meisten auf. Dabei kommen jetzt erst die Felder, die den Unterschied machen.
- Leistungen: Listen Sie einzelne Angebote mit kurzer Beschreibung. "Manuelle Lymphdrainage", "Kinesiotaping", "Hausbesuche". Diese Begriffe helfen Google zu verstehen, wofür Sie ranken sollen, und Kunden sehen sofort, ob Sie das Passende anbieten.
- Attribute: Barrierefreier Zugang, kostenlose Parkplätze, WLAN, Terminbuchung online, rollstuhlgerechtes WC. Diese kleinen Häkchen tauchen in gefilterten Suchen auf. Wer nach "barrierefrei" filtert, sieht nur Betriebe, die das Attribut gesetzt haben.
- Öffnungszeiten inklusive Feiertagen: Nichts ärgert mehr als eine falsch angezeigte Öffnungszeit. Tragen Sie Sonderzeiten für Feiertage ein, sonst steht da "geöffnet", während Sie geschlossen haben.
- Beschreibung: 750 Zeichen, in denen Sie in normalen Sätzen erklären, was Sie tun und für wen. Ortsnamen dürfen rein, aber natürlich, nicht als Wortliste.
Wie wichtig sind Fotos wirklich?
Sehr. Profile mit Bildern bekommen deutlich mehr Klicks und Anfragen als solche ohne, das ist über die Jahre in vielen Auswertungen konstant geblieben. Aber es geht nicht um irgendwelche Fotos. Laden Sie echte Aufnahmen hoch: die Praxis, das Team, den Behandlungsraum, den Eingang von der Straße aus (damit Leute Sie finden). Handyfotos bei Tageslicht reichen. Kein Stockfoto-Set.
Ein Detail, das viele nicht kennen: Bilder tragen Geo-Informationen. Aufnahmen, die tatsächlich am Standort gemacht wurden, senden ein passendes Signal. Fotografieren Sie also vor Ort, nicht am Küchentisch zu Hause im Nachbarort. Und laden Sie regelmäßig nach. Ein Profil, das sich bewegt, wirkt lebendig, auf Kunden und auf Google.
Und danach? Posts und Bewertungen
Ein Profil ist kein Formular, das man einmal ausfüllt. Die Betriebe, die vorne stehen, posten regelmäßig. Ein neues Angebot, ein Feiertagshinweis, ein Foto vom umgebauten Wartezimmer. Alle ein bis zwei Wochen genügt. Das hält das Profil aktiv.
Bewertungen sind der zweite Motor. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv darum, am besten direkt nach dem Termin mit einem kurzen Link. Und antworten Sie auf jede Bewertung, auch die kritischen, sachlich und freundlich. Das lesen nicht nur die künftigen Kunden, sondern signalisiert Google einen gepflegten Eintrag. Wie das ohne Budget zusammenspielt, haben wir im Beitrag zu Local SEO ohne Budget zusammengefasst. Wer sehen will, wie so ein Profil im Detail aussieht, findet in unserem Google-Profil-Teardown für einen Gastrobetrieb ein konkretes Vorher-Nachher.
Die Checkliste für eine Stunde
- Profil beanspruchen statt neu anlegen (Dubletten vermeiden)
- Verifizierung starten (Postkarte oder Video)
- Adresse ODER Servicegebiet, je nach Betriebsart
- Primärkategorie exakt, dazu 2 bis 4 Sekundärkategorien
- Alle Leistungen einzeln eintragen und kurz beschreiben
- Attribute durchklicken (Parken, Barrierefreiheit, Online-Termin)
- Öffnungszeiten plus Feiertage
- Beschreibung mit Ortsbezug, in echten Sätzen
- 8 bis 10 echte Fotos vor Ort aufgenommen
- Ersten Post absetzen und einen Bewertungs-Link vorbereiten
Das Profil ist die eine Sache. Die Website dahinter ist die andere. Beide sollten dieselbe Geschichte erzählen, sonst stutzen Interessenten. Wie ein starker Auftritt heute über Erfolg entscheidet, lesen Sie im Beitrag zu Webauftritt 2026. Und wenn Sie beim SEO tiefer einsteigen, gehört das Profil ohnehin dazu.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis das Profil oben erscheint?
Die Verifizierung per Postkarte dauert einige Tage. Bis Änderungen an Kategorien oder Leistungen sich auf die Platzierung auswirken, vergehen oft ein paar Wochen. Geduld schlägt hier Aktionismus. Wichtiger als Schnelligkeit ist Vollständigkeit und laufende Pflege.
Brauche ich eine physische Adresse?
Nein. Mobile Gewerke wie Handwerker, mobile Pflege oder Reinigungsdienste nutzen das Servicegebiet und blenden die Adresse aus. Ein Ladengeschäft mit Kundenverkehr sollte die Adresse dagegen unbedingt anzeigen, damit die Karten-Nadel korrekt sitzt.
Kostet ein Google Business Profil etwas?
Nein, das Profil selbst ist kostenlos. Google verdient an Anzeigen, nicht am Eintrag. Sie zahlen also nichts dafür, gut gepflegt sichtbar zu sein. Nur Ihre Zeit, oder die einer Agentur, wenn Sie es abgeben.
Sie haben Ihr Profil eingerichtet und sind unsicher, ob es wirklich alles rausholt? Wir schauen im Rahmen eines kostenlosen 30-Minuten-Audits gemeinsam drauf, ehrlich und ohne Verkaufsdruck. Schreiben Sie uns kurz, dann sagen wir Ihnen, welche zwei, drei Felder bei Ihnen den größten Unterschied machen.