Website-Check mit KI: was ein Prompt zeigt und was nicht

Ein kopierbarer Prompt lässt eine KI Ihre Website aus Sicht eines fremden Erstbesuchers bewerten. Was dabei herauskommt, wo die Grenzen liegen und was sich automatisch prüfen lässt.

Ein Website-Check mit KI funktioniert so: Sie geben einem Sprachmodell wie ChatGPT oder Claude einen festen Prüfauftrag und Ihre Internetadresse, und es bewertet die Seite aus der Sicht eines fremden Erstbesuchers. Das liefert eine schnelle Außensicht auf Verständlichkeit, Vertrauen und Kontaktwege. Messen kann es nicht: Ladezeit, Quelltext, Barrierefreiheit und Rechtliches brauchen andere Werkzeuge. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie den Check nutzen, wo er aufhört und welchen Teil Sie automatisieren können.

Wer jeden Tag an der eigenen Website vorbeischaut, sieht sie irgendwann nicht mehr. Der Satz auf der Startseite liest sich vertraut, das Kontaktformular kennt man auswendig, und die Fotos sind einfach da, seit Jahren. Der Betreiber urteilt aus der Innensicht, ein Kunde kommt von außen. Beide Blicke haben oft wenig miteinander zu tun.

Warum ist eine KI hier ehrlicher als Bekannte?

Fragen Sie Familie oder Kollegen nach ihrer Meinung zur eigenen Website, bekommen Sie selten harte Kritik. Man will niemanden vor den Kopf stoßen, kennt das Unternehmen ohnehin und füllt Lücken im Kopf automatisch auf. Ein Sprachmodell kennt Ihren Betrieb in der Regel nicht und hat keine Beziehung zu verlieren. Bittet man es ausdrücklich um Kritik ohne Lobhudelei, fällt die Antwort meist deutlicher aus. Das macht das Ergebnis unbequemer, aber brauchbarer.

Ersetzen kann es echte Besucher nicht. Ein Modell schätzt, wie jemand die Seite wahrnehmen könnte; beobachtet hat es niemanden. Und geben Sie in den Chat nur öffentliche Inhalte Ihrer Website, keine Kundendaten.

So funktioniert der Check

  1. Kopieren Sie den Prompt von unserer Seite 1-Prompt-Website-Check.
  2. Öffnen Sie ein neues Gespräch in ChatGPT oder Claude und fügen Sie den Text ein.
  3. Ersetzen Sie die markierte Platzhalterzeile durch Ihre Internetadresse und schicken Sie ab.

Kann das Modell die Seite aufrufen, bewertet es sie nach sechs festen Punkten mit Schulnoten und kurzer Begründung. Kann es keine Seiten öffnen, soll es das laut Prompt ausdrücklich sagen. Achten Sie darauf: Nennt ein Modell Details, die auf Ihrer Seite gar nicht stehen, hat es die Seite womöglich nicht gelesen. Prüfen Sie deshalb jede Aussage am Original.

Hilfreich ist eine Zusatzfrage am Ende: "Was fällt beim ersten Blick auf, positiv wie negativ?" Die spontane Antwort zeigt, was ins Auge springt, bevor bewertet wird.

Was prüft der Prompt?

Sechs Punkte: Sofort-Klarheit, Nutzenversprechen, Vertrauen, Kontakt-Hürden, Grundlagen der lokalen Suche und Lesbarkeit auf dem Handy. So können Ergebnisse aussehen, drei ausgedachte Beispiele für eine Handwerker- oder Praxisseite:

  • Vertrauen: Oben steht ein Stockfoto, eine lächelnde Person mit Headset, die nichts mit dem Betrieb zu tun hat. Echte Fotos von Werkstatt, Praxis oder Team fehlen.
  • Kontakt-Hürden: Die Telefonnummer steht in der Fußzeile als reiner Text, nicht als Link. Auf dem Handy muss man die Ziffern erst abtippen, statt einmal zu tippen.
  • Lokale Suche: Der Ort taucht weder im Seitentitel noch in der Hauptüberschrift auf. Wer "Elektriker Fürstenfeldbruck" sucht und auf der Seite landet, erkennt nicht sofort, dass er richtig ist.

Keiner dieser Punkte ist schwer zu beheben. Schwer ist, sie zu bemerken, wenn man die eigene Seite nicht mehr mit fremden Augen sieht.

Was der Prompt nicht sieht

Ein Sprachmodell im Chatfenster urteilt ungefähr so, wie ein Mensch beim ersten Blick urteilt, nicht so, wie ein Browser oder eine Suchmaschine die Seite technisch verarbeitet. Außen vor bleiben deshalb:

  • wie schnell die Seite auf einem echten Handy lädt,
  • ob Seitenstruktur und strukturierte Daten im Quelltext stimmen,
  • ob Cookie-Hinweis und Datenschutzerklärung rechtlich tragfähig sind,
  • ob sich die Seite mit Screenreader und Tastatur bedienen lässt.

Dafür brauchen Sie Messungen, etwa PageSpeed Insights für die Ladezeit (Google for Developers, abgerufen am 25.09.2026), den Rich-Results-Test von Google für strukturierte Daten und für Rechtsfragen eine Fachperson. Eine Rechtsfreigabe kann Ihnen keine KI geben.

Wie nutzen Sie das Ergebnis?

Eine schlechte Note ist kein Grund zur Panik, sie ist eine Prioritätenliste. Notieren Sie die Verbesserungen, die der Prompt am Ende nennt, prüfen Sie jede am Original und arbeiten Sie sie der Reihe nach ab. Manches erledigen Sie schnell selbst, ein antippbarer Telefonlink zum Beispiel. Anderes, etwa echte Fotos statt Stockbildern, braucht mehr Zeit oder Hilfe von außen.

Ich finde, am meisten bringt die Kombination: der Prompt für die Außenwirkung, die Messwerkzeuge für die Technik darunter.

Website-Check automatisieren: was sich regelmäßig prüfen lässt

Wer den Website-Check automatisieren will, gibt den messbaren Teil und seine Wiederholung ab: Ein Skript prüft regelmäßig Ladezeit, Erreichbarkeit, Telefonlink und Seitentitel und meldet Veränderungen. Die Außensicht per Prompt bleibt ein Werkzeug für gezielte Momente, etwa nach einem Umbau.

  • Feste Prüfpunkte als Regeln: Ist die Telefonnummer als Link hinterlegt? Steht der Ort im Seitentitel? Antwortet das Kontaktformular?
  • Die Ladezeit über die PageSpeed Insights API abfragen, zum Beispiel wöchentlich für die wichtigsten Seiten.
  • Nach jeder größeren Änderung an der Startseite ein KI-Durchlauf mit demselben Prompt, damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben. Die Antwort landet als Entwurf bei einem Menschen, nicht direkt als Änderung auf der Seite.
  • Eine kurze Monatsübersicht, die nur zeigt, was sich verändert hat.

Angenommen, bei der Schreinerei Muster tauscht jemand die Kopfzeile aus, und dabei geht der Telefonlink verloren. Die nächste Prüfung meldet: Telefonnummer auf der Startseite nicht mehr antippbar. Ein Mensch stellt den Link wieder her. Ein Sprachmodell braucht es dafür nicht, eine einfache Regel genügt.

Häufige Fragen

Ersetzt der Prompt eine Beratung?

Nein. Er ersetzt den ersten, oft unbequemen Blick von außen. Wie sich die gefundenen Punkte konkret beheben lassen, klärt ein Gespräch mit jemandem, der Ihre Seite und Ihr Angebot kennt.

Wie oft sollte ich den Check wiederholen?

Nach jeder größeren Änderung an der Startseite und sonst etwa einmal im Jahr. Die messbaren Punkte lassen sich häufiger automatisch prüfen.

Was, wenn ChatGPT und Claude unterschiedliche Noten geben?

Das kommt vor. Die Modelle sind unterschiedlich trainiert, und dasselbe Modell antwortet auch nicht jedes Mal gleich. Nehmen Sie die Noten als Anhaltspunkt und die Begründungen als eigentliches Ergebnis.

Wir bei bytebrise bauen solche Prüfabläufe als Prototyp zum Festpreis ab 1.500 € mit vier Wochen Test in Ihrem Betrieb, danach folgt eine Monatspauschale, monatlich kündbar (KI für Unternehmen). Die Automatisierung ist neu bei uns und läuft noch bei keinem Betrieb dauerhaft. Die gemietete Website mit Hosting und Pflege kostet 490 € zum Start und 149 € im Monat, kündbar zum Ende jedes Kalendermonats ohne Vorlauffrist (Preise). Wenn Sie nach dem Check wissen wollen, was die Punkte für Ihre Seite bedeuten, schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

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