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Wartungsvertrag oder Eigenwartung: die ehrliche Rechnung

Was kostet ein Website-Wartungsvertrag pro Jahr wirklich, und wann lohnt sich Eigenwartung? Wir rechnen mit echten Zahlen aus Kundenprojekten im Landkreis Fuerstenfeldbruck.

Die Frage kommt fast in jedem zweiten Erstgespraech. Meist so: "Brauchen wir diesen Wartungsvertrag ueberhaupt, oder machen wir das selber?" Faire Frage. Und die ehrliche Antwort lautet nicht immer "nehmen Sie den Vertrag". Manchmal ist Eigenwartung die kluegere Wahl. Nur eben nicht so oft, wie viele denken. In diesem Beitrag rechnen wir beide Wege mit echten Zahlen durch, so wie sie bei Betrieben zwischen Bruck, Olching und Germering tatsaechlich anfallen.

Was steckt ueberhaupt in "Wartung"?

Der Begriff ist schwammig, das macht die Sache so unangenehm. Wartung ist kein einzelnes Ding. Es sind mehrere kleine Aufgaben, die nur zusammen Sinn ergeben.

  • Sicherheits-Updates fuer das CMS (meist WordPress), die Plugins und das Theme.
  • Backups, die auch wirklich zurueckspielbar sind (ein Backup, das man nie getestet hat, ist ein Hoffnungswert, kein Backup).
  • Monitoring, damit man einen Ausfall in Minuten merkt und nicht erst, wenn ein Kunde anruft.
  • Kleine inhaltliche Aenderungen: neue Oeffnungszeiten, ein ausgetauschtes Foto, ein Preis.

Bei einer reinen Vanilla-HTML-Seite, wie wir sie bauen, faellt der halbe Block schon weg. Kein Plugin-Zoo, keine Datenbank, die kompromittiert werden kann. Bei WordPress ist genau das der Kostentreiber, und darauf kommen wir gleich.

Was kostet ein Wartungsvertrag pro Jahr?

Am Markt im Muenchner Westen sehen wir grob drei Preisklassen. Kleine Agenturen und Freelancer liegen bei 30 bis 50 Euro im Monat fuer eine einfache Firmenseite. Das mittlere Segment, mit Monitoring und garantierter Reaktionszeit, bewegt sich zwischen 80 und 150 Euro monatlich. Wer einen Shop betreibt, zahlt schnell 200 Euro und mehr, weil dort mehr schiefgehen kann und der Schaden groesser ist.

Rechnen wir mit einem realistischen Mittelwert fuer einen typischen Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb: rund 90 Euro im Monat, also 1.080 Euro im Jahr. Dafuer gibt es bei uns die Updates, getestete Backups, Uptime-Monitoring und ein kleines Kontingent fuer Textaenderungen. Klingt nach viel Geld fuer "nichts passiert". Genau das ist der Punkt, an dem die Rechnung interessant wird.

Und was kostet Eigenwartung wirklich?

Die verbreitete Annahme: Eigenwartung ist gratis, weil man es ja selbst macht. Das stimmt nur, wenn die eigene Arbeitszeit nichts wert ist. Ist sie aber. Nehmen wir eine Betriebsinhaberin, deren Stunde intern mit 60 Euro anzusetzen ist (eher konservativ fuer eine Selbststaendige).

Bei WordPress fallen Updates realistisch monatlich an, oft oefter. Sagen wir zwei Stunden im Monat fuer das Einspielen, kurz Durchklicken, ob nichts kaputt ist, und das gelegentliche Nachbessern, wenn ein Plugin quer schiesst. Das sind 24 Stunden im Jahr. Mal 60 Euro macht 1.440 Euro reine Arbeitszeit. Schon jetzt liegt die Eigenwartung ueber dem Vertrag, und wir haben noch kein einziges Problem gehabt.

Dazu kommen Dinge, die man leicht vergisst. Ein Backup-Plugin in der bezahlten Version. Ein Monitoring-Dienst. Die Zeit, sich ueberhaupt einzulesen, welches Update jetzt sicher ist und welches man besser eine Woche liegen laesst. Und der Klassiker: Man macht es eben doch nicht monatlich, sondern wenn man Zeit hat. Was uns zum eigentlichen Risiko bringt.

Das Update-Chaos bei WordPress, ehrlich benannt

WordPress selbst ist solide. Das Problem sind die Plugins. Eine durchschnittliche Firmenseite hat zwischen 15 und 25 davon, und jedes ist ein eigenes kleines Programm von einem anderen Entwickler. Manche werden gepflegt, manche seit zwei Jahren nicht mehr. Ein Update von Plugin A kann Plugin B stoeren. Aus den Hacked-Website-Reports der Firma Sucuri geht seit Jahren hervor, dass ein grosser Teil erfolgreicher Angriffe auf veraltete Plugins und Themes zurueckgeht (der letzte ausfuehrliche Report ist von 2023, und die genaue Quote schwankt je nach Jahr). Das Muster ist stabil, auch wenn die Prozentzahl es nicht ist.

Das Tueckische: Ein verpasstes Update tut zwei Jahre lang nicht weh. Bis es das tut.

Die zwei Jahre, die teuer wurden

Ein Kunde von uns, ein kleiner Onlineshop fuer Angelbedarf aus der Ecke Maisach, hatte sich nach dem Launch entschieden, die Wartung selbst zu machen. Verstaendliche Entscheidung, der Shop lief, warum Geld ausgeben. Zwei Jahre lang ging das gut. Er hat die Updates mal gemacht, mal aufgeschoben, meist aufgeschoben.

Dann, an einem Freitagabend, hat ein automatisiertes Update-Fenster ein Payment-Plugin auf eine Version gehoben, die mit seiner alten PHP-Version nicht mehr konnte. Weisser Bildschirm. Shop offline. Er hat es Samstagfrueh gemerkt, konnte den Fehler aber nicht selbst finden, und am Wochenende war niemand erreichbar, der sich auskannte. Der Shop war von Freitagabend bis Montagvormittag tot. An einem Wochenende, an dem er sonst gut verkauft.

Den Umsatzausfall haben wir hinterher grob auf 1.800 bis 2.200 Euro geschaetzt, plus meine Zeit fuers Aufraeumen am Montag. Ein Wartungsvertrag haette rund 1.080 Euro im Jahr gekostet. Das eine Wochenende hat also mehr verbrannt als zwei Jahre Vertrag. Er hat danach gewechselt. Verstaendlich.

Wann Eigenwartung wirklich die bessere Wahl ist

Jetzt der Teil, den viele Agenturen ungern schreiben. Es gibt Faelle, in denen Sie sich den Vertrag sparen koennen, ohne ein schlechtes Gefuehl.

  • Sie haben eine statische Seite ohne CMS. Reines HTML, wie wir es bevorzugt bauen. Da gibt es schlicht kaum etwas zu warten. Ein Webdesign ohne Datenbank altert deutlich langsamer.
  • Im Betrieb sitzt jemand, der sich auskennt und die Zeit hat. Wenn Ihr Sohn Informatik studiert und das gern uebernimmt, prima. Solange er auch im Urlaub erreichbar ist.
  • Die Seite ist eine reine Visitenkarte ohne Umsatzfunktion. Faellt sie mal ein Wochenende aus, kostet das keinen direkten Umsatz, nur ein bisschen Aerger.

Der gemeinsame Nenner: geringes Ausfallrisiko und wenig bewegliche Teile. Sobald Geld direkt ueber die Seite fliesst oder Termine online gebucht werden, dreht sich die Rechnung.

Die ehrliche Faustregel

Stellen Sie sich eine Frage. Was passiert, wenn Ihre Seite an einem umsatzstarken Wochenende drei Tage offline ist und niemand ist erreichbar? Ist die Antwort "halb so wild", machen Sie es ruhig selbst. Ist die Antwort ein flaues Gefuehl im Magen, dann ist der Vertrag keine Abzocke, sondern eine Versicherung mit ziemlich klarer Praemie.

Wir verkaufen niemandem Wartung, der sie nicht braucht. Das haben wir schon oefter aktiv abgeraten, zuletzt einem Physiotherapeuten aus Puchheim mit einer schlichten Info-Seite. Umgekehrt sagen wir aber auch ehrlich, wenn wir ein Risiko sehen, das der Betrieb selbst gar nicht auf dem Schirm hat.

Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrem Betrieb passt, schauen wir gemeinsam drauf. In unserem kostenlosen 30-Minuten-Website-Check gehen wir Ihre Seite durch, sagen Ihnen, wo echte Risiken liegen, und rechnen beide Wege fuer Ihren Fall konkret aus. Ohne Verpflichtung, ohne Verkaufsdruck. Schreiben Sie uns kurz, und wir vereinbaren einen Termin. Wenn Sie vorher noch grundsaetzlicher ueberlegen, ob sich ein Relaunch lohnt, lesen Sie unseren Beitrag zur Frage, wann sich ein Website-Relaunch rechnet.

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