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Insights · Anwalt

Mandanten-Bewertungen rechtssicher sammeln

Bewertungen sind der wichtigste Trust-Hebel bei Anwalts-Recherchen. 84 Prozent der Mandanten lesen Google-Bewertungen vor der Erstanfrage. Aber Bewertungen bei Anwälten haben besondere Regeln, Verschwiegenheit und BORA.

Warum Anwalts-Bewertungen anders sind als bei normalen Dienstleistern

Ein Anwalt darf keine Fall-Details aus einer Bewertung kommentieren, das wäre Verstoß gegen §43a BRAO (Verschwiegenheitspflicht). Auch öffentlich für oder gegen eine Bewertung argumentieren ist heikel.

Anders als bei Restaurants oder Friseuren ist eine schlechte Bewertung kaum sachlich zu entkräften, die Verschwiegenheit lässt das nicht zu. Vorbeugung statt Schadenbegrenzung ist die einzige Strategie.

Wo Bewertungen abgegeben werden, die wichtigsten Kanäle

Google Business Profile: der wichtigste Kanal, ranking-relevant und sehr sichtbar. Pflichtprogramm.

Anwalt.de: spezifisch für Rechtssuchende, hohe Reichweite in der Anwalts-Recherche. Sehr hilfreich.

Anwaltauskunft (vom DAV): vertrauenswürdig, gut für E-E-A-T.

ProvenExpert: aggregiert Bewertungen von mehreren Plattformen, gut für die Website-Integration mit Echtheits-Siegel.

Eigene Website mit Testimonial-Block: nur mit schriftlichem Mandanten-Consent verwenden.

Der richtige Zeitpunkt um nach Bewertung zu fragen

Direkt nach Mandats-Abschluss, wenn das Ergebnis positiv war. Nicht zwischendurch, nicht bei laufendem Verfahren, beides ist heikel.

Persönlich (per Mail oder im Gespräch), nicht über automatisierte Tools. Anwalts-Bewertungen wirken sonst unecht.

Bitte um eine Bewertung mit Hinweis: „Falls Sie zufrieden waren, helfen Sie zukünftigen Mandanten mit einer Bewertung bei Google. Bitte nennen Sie keine konkreten Fall-Details, das wäre für unsere Verschwiegenheitspflicht problematisch.“

Bewertungen auf der eigenen Website einbinden

Echte Bewertungen mit Klarname brauchen schriftliche Mandanten-Zustimmung. Wir liefern ein Consent-Formular mit DSGVO-Hinweis und ausdrücklicher Einwilligung.

Anonymisierte Bewertungen („J.M., Arbeitsrecht-Mandant 2025“) sind ohne separate Zustimmung möglich, wenn der Fall nicht identifizierbar ist.

Strukturierte Daten: Review-Schema in JSON-LD einbetten. Das aktiviert in Google die Sterne-Darstellung in den SERPs. Pflicht-Felder: author, datePublished, reviewBody, reviewRating.

Wie Sie mit schlechten Bewertungen umgehen

Erste Prüfung: ist die Bewertung sachlich (auch wenn negativ) oder beleidigend/falsch? Sachliche Kritik bleibt stehen, Falsch-Behauptungen können bei Google gemeldet werden.

Antwort schreiben, aber ohne Fall-Details. Beispiel-Antwort: „Wir bedauern dass Sie unzufrieden sind. Aufgrund unserer Verschwiegenheitspflicht können wir Fall-Details hier nicht erörtern und bieten Ihnen gerne ein klärendes Gespräch unter [Telefon] an.“

Bei eindeutigen Falsch-Behauptungen: Löschungs-Antrag bei Google, ggf. mit anwaltlicher Hilfe. Bei systematischen Beleidigungen: Strafanzeige wegen Verleumdung möglich.

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